Awareness – was ist das eigentlich und was hat es mit dem CSD zu tun?

„awareness“ (engl.) = „Bewusstsein“/„Bewusstheit“
Awareness beschreibt – vor allem im queerfeministischen Kontext – ein Konzept, das Bewusstheit schaffen will für Probleme, die bei grenzüberschreitenden und übergriffigen Situationen entstehen können, sowie Möglichkeiten der Intervention anbietet.

Überschreitungen können psychischer oder physischer Art sein und dazu führen, dass Leute sich nicht mehr wohl/sicher fühlen oder getriggert werden (d.h. an bereits erlebte negative Situationen auf heftige und belastende Weise erinnert werden). Besonders in Kontexten in denen Menschen unterwegs sind, die häufig betroffen sind von Sexismus, Homophobie, Rassismus und anderen Diskriminierungen, ist es wichtig, einen Rahmen zu schaffen, der für eine gewisse Sicherheit sorgt.

Auf einer Party kann das ein Konzept sein, das Voraussetzungen dafür schafft, dass alle Teilnehmenden gemeinsam feiern und sich sicher fühlen können. Dazu gehört, schon im Voraus klar zu machen, dass hier keine sexistischen, homophoben, rassistischen etc. Grenzüberschreitungen geduldet werden, alle Teilnehmenden zu rücksichtsvollem Feiern und Achtsamkeit aufzufordern, zu betonen, dass ein „Nein“ genau das bedeutet und Äußerungen oder Verhalten, das für die eine Person harmlos ist, nicht dasselbe für eine andere Person bedeuten muss.

Des Weiteren ist ein Angebot von Ansprechpartner_innen wichtig, die in überfordernden Situationen erreichbar sind. Diese versuchen einer betroffenen Person durch das Angebot eines Rückzugsortes sowie Ruhe oder bei Bedarf Gesprächen Hilfestellung zu leisten. Eine grenzüberschreitende Person wird im schlimmsten Fall aufgefordert eine Veranstaltung zu verlassen um das Wohlergehen anderer zu sichern. So soll gewährleistet werden, dass nicht im Umkehrfall Personen, die von Diskriminierung betroffen sind, eine Veranstaltung verlassen (müssen), weil sie sich nicht mehr wohl oder sicher fühlen.

Was ist mit „Awareness“ auf dem Christopher-Street-Day?

Klar ist, dass aufgrund von mangelnder Kapazitäten und der besonderen räumlichen Situation beim Freiburger CSD 2014 kein Awareness-Konzept in dem Umfang zu leisten ist, wie bereits auf anderen Veranstaltungen in Freiburg geschehen. Neben einem grundlegenden Angebot an Unterstützung in problematischen Situationen wollen wir alle Teilnehmenden auffordern aufeinander Acht zu geben, die Grenzen anderer zu respektieren und im Ernstfall Hilfe zu holen. Während der kompletten Kundgebung am Samstag werden Ansprechpartner_innen per Handy erreichbar sein; die Nummer findet ihr auf den Flyern am Infopoint, außerdem wird es das Angebot eines Rückzugsortes geben.

Achtet auf Euch und Andere! Ein „Nein“ bedeutet genau das! Unterstützt Euch gegenseitig! Holt Euch Hilfe!

In diesem Sinne: Habt einen tollen Christopher-Street-Day und achtet darauf, dass es für alle eine schöne Zeit wird!